Rumänien 2004
Nach einer langen Wartezeit sollte es nun im September 2004 endlich losgehen. Dieses Jahr wollen wir nach Rumänien fahren.
Die Teilnehmer:
Jürgen,
(R80 RT), Bernd,(R1100 RT),
Rolf, (R1100RS),
Tony,Autor (R100CS),
Dieter, (R1100GS),
Ulrich, (R1100S).
Dieter und Ulrich wollten uns einige Tage begleiten und dann wieder umkehren, da sie nur eine Woche Zeit haben.
Es geht am 10.September
los. Wir treffen uns in Deilinghofen bei mir. Und tatsächlich alle sind pünktlich
und es kann um 13.00Uhr los- gehen. Es geht über die Kasseler Autobahn A44
weiter A7 – A70 (Schweinfurth/Bayreuth – Landstraße 303 – Markredwitz
nach Waldsassen. Hier übernachteten wir in der Innenstadt. Die Stadt bereitet
sich auf eine mehrere Hundertjahrfeier vor.
Am
nächsten Tag geht es weiter über Cheb (CZ) – die 21 über Stribo Autobahn A5 -27 bis Pristice - E 49 –Nepomuk
– Pisek -29 + 19 bis zur
Autobahn 1. Richtung Brünn, Abfahrt 210 die 50 bis Kunice. Hier finden wir
ein gemütliches Hotel. Wir können zuerst noch draußen sitzen und ein schönes
gekühltes Bier trinken. Damit die Motorräder sicher stehen, werden sie in
einen Hausflur so geschachtelt abgestellt, dass alle sechs Maschinen sicher
stehen. Das Hotel war ruhig, die Zimmer ohne Mängel, das Essen und Bier
schmeckte gut. Der Preis war nicht zu beanstanden.
Von Kunivice ging es zuerst über Vesei n. Mor und Hodonin in die falsche Richtung (ca. 15 km). Um sich vernünftig zu orientieren fuhren wir zum Ausgangspunkt zurück und setzten die Reise in die richtige Richtung fort. Über die E50 ging es in die Slowakische Republik (SV) über Trentschin nach Ziar, weiter nach Zwolen (E571) – Lucene bis Tornala. Als wir nach Kral abbiegen mussten war die ungarische Grenze nicht mehr weit. Putnok – Miskolc – Tokaj (da wo der Wein herkommt, Touristenhochburg) – Nyiregyhaza – Lrvek – Vaja – Mateszalk. Nachdem wir den ganzen Tag gemütlich als Km-Fresser doch ein gutes Stück geschafft hatten, sollte in dieser Stadt unser Nachtquartier zu finden sein. Dieses gelang auch ohne Probleme.
Es
war nicht mehr weit bis zur rumänischen Grenze. Über Györtelek – Parcsalm
ging es zum ungarisch – rumänischen
Grenzübergang. Die Kontrollen waren auch hier, wie auch schon bei den
anderen Grenzüberschreitungen, ohne Probleme und ohne großen Zeitaufwand
erledigt. Petea
sollte die erste Ortschaft in Rumänien sein, durch die wir fuhren. Das
gesamte Verkehrsgeschehen hatte sich urplötzlich verändert. Pferdefuhrwerke
neben alten Dacias und LKW´s. Überall liefen Hunde auf den Strassen herum.
Sie sollten uns an allen Tagen in Rumänien begleiten. Weiter ging es nach Satu Mare (Sathmar).
Es war ein Schock. Das absolute Verkehrschaos (aus deutscher Sicht).
Die Strassen waren in einem extrem schlechten Zustand (wir wussten nicht, das
es noch viele Steigerungen gab). An Ampeln sprangen Kinder an die Fahrzeuge
und bettelten, aber auch Mütter mit Kleinkindern auf dem Arm. Wiederum andere
wollten die Lampe an unseren Motorrädern waschen und putzen. Ich hatte zuerst
große Orientierungsschwierigkeiten. Doch gewagte Straßenüberquerungen
und Wendemanöver wurden ohne Hupkonzerte oder Schimpfworte akzeptiert.
Irgendwann fanden wir die Straße 19, die uns aus diesem Chaos führen sollte.
Unsere Lernphase hielt weiter an. Der gemeine, rumänische Fahrer eines
Kraftfahrzeuges holt immer alles aus seinem Fahrzeug. Dabei spielt das Alter
und die PSZahl (auch wenn nur wenig PS vorhanden sind kann man riskant überholen)
des Fahrzeugs keine Rolle.
Über
Livada – Negresti Oas und Sapanta
erreichten wir Sighetu Marmatiei.
Die Strasse war schlecht und feucht, weil es hin und wieder ein wenig regnete.
Aber die Reise musste auch bildmäßig erfasst werden, somit gab es hier und
da einen Fotostopp. Neben zwei
Digitalkameras waren zwei Kleinbildkameras und eine Mittelformatkamera ständige
Begleiter dieser Reise. Doch gerade die Kamera, die die höchsten Qualitätsansprüche
erfüllt, (wenn alles funktioniert), bereitete viel Ärger. Im Übernachtungsort
stellten wir fest, dass wir den „lustigen Friedhof“ von Sepanta
verpasst hatten, obwohl das unser Ziel war. Nachdem wir das „beste Motel„
des Ortes (Eigenwerbung) bezogen hatten, gingen Dieter und Ulrich in die
Kneipe. Wir anderen fuhren die 20 km zurück und fanden nicht nur diesen recht
berühmten Friedhof, sondern auch eine gewaltige Holzkirche. Ein kleiner
Nebenweg (auf der Hinfahrt hatte ein Huhn sein Leben ausgehaucht, auf dem Rückweg
war es verschwunden), führte zu der Kirche. Es gab keine Informationen über
diesen Kirchenbau. Es wurde nur einfach eine neue Kirche gebaut. Daneben war
noch ein Turm. Auch dieser befand sich im Bau.
Da
die Kirche ohne Information war, fuhren wir weiter zum „lustigen Friedhof“
(wenige Hundert Meter). Auf dem „lustigen Friedhof“ von Sepanta
erzählen die blauen Holzkreuze vom Leben der Verstorbenen. Es wird in Versen
und Bildern vom Leben des jeweiligen Verblichenen erzählt. Aber auch hier hat
man die Zeichen der Zeit erkannt. Ein
altes Mütterchen sitzt an der Kasse, Eintritt 40.000 Lei (1€). Für das
Fotografieren muss extra bezahlt werden. Die Preise sind gestaffelt : Video ,
digital oder analog Fotografieren. Sie liegen über dem Eintrittspreis.
Dieter und Ulrich haben sich verabschiedet. Sie wollen auf Umwegen wieder nach hause. Ulrich hat mit der sportlichen Härte der 1100S und seinen Bandscheibenproblemen arge Strapazen erleiden müssen. Wir Vier fuhren wohlgemut weiter nachdem wir uns verabschiedet hatten. Es ging weiter auf der 18 über Rona de Jos – Petrova nach Visen de Sus. Vorher wurde hinter Leerdina ein Abstecher in eine Sackgasse unternommen. Leider war die Strecke landschaftlich nicht sehr reizvoll und die Straße in einem schlechten Zustand. In Viseu de Sus angekommen haben wir uns erstmal über die Holzschmalspurbahn informiert, denn es sollte am nächsten Tag mit dem Zug in die Berge gehen. Der Abfahrtsort war bekannt, die Uhrzeit und der Preis ebenfalls. Nun suchten wir uns eine Unterkunft. Mitten in der Stadt bezogen wir ein Hotel. Die Motorräder konnten wir auf einen Parkplatz abstellen, der nachts abgeschlossen war. Da der Nachmittag noch jung war, wollten wir noch ein wenig Motorradfahren. Es sollte noch auf den „Pristoppass (1416m)“ gehen, und auch der Wasserfall „ Cascada Cailor“ stand noch auf dem Programm. Zum Pass war es kein Problem. Eine herrliche Aussicht über die Kaparten war der Lohn. Nach der entsprechenden Fotopause auf der Passhöhe sollte nun der Wasserfall Objekt unserer touristischen Begierde sein. Wir bogen von der Strasse ab in ein Wintersportgebiet. Fotos
Leider
fanden wir keine Hinweise auf den Wasserfall. Nun wurden Einheimische befragt.
Sie wiesen uns (so waren wir der Meinung) den Weg. Es folgte auch ein sehr
schlechter Weg, voller Geröll und Felsen, aber wir fanden keinen Wasserfall.
Irgendwann kehrten wir um, ohne dass wir den Wasserfall gesehen hatten. Es ging zurück zum Hotel. Im Ort gingen wir noch Essen und mit ein paar Bier im Hoteleigenen Restaurant ließen wir den Tag ausklingen. Der nächste Tag: Heute sollte kein Motorrad gefahren werden, denn es ging mit der Kleinbahn in die Wälder.
Wir
frühstückten im Hotel. Die Auswahl war begrenzt. Wir konnten wählen
zwischen Omelett mit Käse, Omelett mit Schinken oder Spiegeleier. Dazu wurde
Brot gereicht. Als Frühstücksgetränke standen Kaffee oder Tee zur Wahl.
Nach dem Frühstück gingen wir noch in einen kleinen Lebensmittelladen um
Verpflegung für den Tag einzukaufen, da es bekannt war das es auf der gesamten Strecke keine Verpflegungsmöglichkeiten gab. Brot,
Wurst und Getränke waren schnell gekauft. Nun ging es zur Abfahrtsschiene.
Die Abfahrtszeit wurde nicht eingehalten. Irgend wann ging es los.Für die
Touristen gab es einen Extrawagon.Neben uns vieren mussten noch zwölf weitere
Touristen auf die Abfahrt warten. Die kleine Lok hatte neben dem luftigen
Wagon für die Touristen noch einen „normalen“ Passagierwagon. Ebenfalls
wurden zwei Materialwagons angehängt. Auf einem Anhänger wurde eine
Zugmaschine für das Schleppen von Bäumen transportiert. Der letzte Wagon war
fast wie ein Lumpensammler. Es wurden Bettgestelle, Matratzen, Schaufeln und
andere Dinge auf dem Wagon transportiert. Vereinzelt waren auch schon
Nichttouristen auf dem Zug.
Es
ging los. Die kleine Lok legte sich mächtig ins Zeug. Doch schon nach einer
kurzen Fahrstrecke ein Stopp. Die Arbeiter durften wohl erst hier zusteigen.
Der Zug wurde regelrecht gestürmt. Nicht nur die Wagons für die Passagiere
auch die Materialwagons wurden besetzt.
Ich
glaube nicht, dass irgendjemand einen Überblick hatte, wie viel Passagiere
auf den Zug waren. Die kleine Lok setzte die Fahrt fort. Sie hatte mächtig zu
kämpfen. Die Fahrstrecke verlief mehr in ein Bergeinschnitt als in einem Tal.
Ständig wurden wir von einem Bergbach begleitet. Mal war er links, mal rechts
unserer Fahrstrecke. Die Teilnehmer dieser Bahnfahrt waren sehr gesprächig
und nicht kontaktscheu. Die Schnapsflasche kreiste schon frühzeitig bei den
Waldarbeitern. Sie sprachen auch mit den Touristen und bezogen diese beim
Kreisen der Schnapsflasche mit ein. Nach einigen Kilometern hielt der Zug an.
Es musste Wasser nach gepumpt werden.
Der
Lokführer bzw. sein Gehilfe legte ein Saugrohr in ein Wasserloch neben den
Bahngleisen neben der Strecke. Viele Mitreisende stürzten vom Zug an die Böschung
um auszutreten. Nachdem dieses erledigt war, fuhr die Lok weiter. Auf schmaler
Spur quälte sich die kleine Lok durch eine herrliche Wald-/Bergwelt. Wir
begegneten Bautrupps, die am Bahnkörper oder am Flussbett arbeiteten. Hin und
wieder hielt der Zug auch, um Waldarbeiter aussteigen zu lassen. Am Rande der
Strecke konnte man Hütten sehen, die als Quartier genutzt wurden. Sie waren
doch sehr ärmlich. Man konnte so eine Hütte auf vier mal sechs Meter Grundfläche
schätzen. Eine Art Podest war eingebaut (Höhe ca. 50cm). Auf diesem Podest
waren für sechs bis acht Personen Schlafplätze eingerichtet. Es war keine
Waschgelegenheit oder Toilette zu sehen. Der nächste Stopp war ein
Holzverladeplatz. Die Holzzugmaschine sollte hier abgeladen werden. Der Zug
wurde getrennt, Abfahrtsrampen wurden positioniert. Dann sprang diese
Waldmaschine nicht an. Eine Batterie wurde herangeschafft und der Motor wurde
zum Leben erweckt. Die Maschine fuhr vom Wagon und die Fahrt konnte, nachdem
der Zug wieder zusammengekoppelt worden ist, fortgesetzt werden.
Es ging weiter, immer tiefer in den Wald hinein. Dann wieder
ein halt. Diesmal wurden wir von einer Schafsherde gestoppt. Ein Schäfer
benutzte die Gleisanlage als Wanderweg für seine Schafe um ins Tal zu
gelangen. Dieses Problem wurde durch den Begriff „ In der Ruhe liegt die
Kraft“ bewältigt. Die Fahrt ging weiter. Jeder Zug erreicht irgendwann mal
sein Ziel. Wir erreichten unser Ziel gegen 13.00 Uhr. Alle Waldarbeiter, die
bis zum Ziel mitgefahren waren, stürzten zu einer bestimmten Hütte. Ob in
dieser Hütte die Arbeit, der Schlafplatz oder Ort wo man eingesetzt wird
verteilt wird, konnten wir nicht feststellen. Wir Touristen erhielten die
Information, dass die Rückreise um 14:00 Uhr erfolgen sollte. Bis zu diesem
Zeitpunkt konnte jeder unternehmen was er wollte. Wir machten erstmal Mittag.
Die mitgebrachte Wurst und das Brot schmeckten sehr gut. Unsere Getränke
(Cola, Fanta und Sprite) waren lauwarm und schmeckten erbärmlich. Nach dem
Mittagessen streifte jeder nach Lust und Laune in der Umgebung herum. Einige
hundert Meter entfernt entdeckte ich eine stillgelegte Fischzuchtstation mit
4 oder 5 Ferienhütten. Auch gingen die Gleise noch weiter in die Wälder.
Insgesamt noch etwa 12 km. Am Ende war man etwa 2 bis 3 km von der
ukrainischen Grenze entfernt. Bevor unsere Dampflok die Rückreise antrat,
startete von unserem Endpunkt ein Holztransportzug mit einem Materialwagen.
Auf diesem Wagon waren auch einige Pferde und Schweine.
Hier
war jedoch eine moderne Diesellok (Baujahr 1984) eingesetzt. Diese durfte als
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h, wir nur 30 fahren. Neben den Zugmaschinen gab
es noch Eigenbauten. Es wurden Lieferwagen auf ein Gleisfahrwerk montiert, der
Kraftschluss wurde hergestellt und schon war man auf den Schienenanlagen
mobil. Pünktlich um 14.00 Uhr traten wir die Rückreise an. Außer den 16
Touristen und dem Zugbegleiter waren keine weiteren Fahrgäste an Bord. Die
Dampflok hatte wohl Stallgeruch aufgenommen, denn die Rückreise verlief sehr
zügig. Das ein oder andere mal mussten wir warten (bis zu 20 Minuten), weil
der Abstand zum Holztransportzug nur 100 oder 200 m war. Einmal gab es auch
eine Zwangspause, weil der Schafhirte mit seiner Herde weiter auf der
Gleisanlage wanderte. Da die Lok wesentlich weniger Leistung erbringen musste,
wurde auch kein Wasser während der Rückreise aufgenommen. Eineinhalb bis
zwei Kilometer vor der Endstation blieb der Zug stehen, da die Weiterfahrt
durch zwei Holztransportzüge versperrt war. Wir verließen den Zug und gingen
zu Fuß Richtung Innenstadt. Unterwegs kehrten wir noch in einem Biergarten
ein und beendeten einen sehr schönen Ausflugstag mit Ursus (heimische
Biersorte, die sehr schmackhaft war).
Am nächsten Tag war wieder Motorradfahren angesagt. Von Viseu de Sus soll es nun zu den „Klöstern im Freskenkleid“ gehen.
Nochmals
wurde der Pass „Prislop“ unter die Reifen genommen. Bei Campulung weiter auf die 17 a bis zum Kloster „Moldovia“ Leider
mussten wir auf der Fahrt dorthin schon Regenzeug anziehen. Das Kloster
Moldovita zeichnete sich durch sehr große Motive, die auf den Außenwänden
aufgetragen waren, aus.
Die Motive berichteten von der Legende von der Belagerung
Konstantinopels, dass durch die Jungfrau Maria auf wundersamer Weise gerettet
wurde. Anschließend ging es weiter zum Kloster „Sucevita“. Dieses ist das
jüngste der fünf größten Moldauklöster.
Eine mächtige Anlage mit Wehrmauer und vier starken Ecktürmen liegt
idyllisch zwischen den Bergen.
Die
Außenmalereien waren vermutlich die letzten dieser Kunstepoche und entstanden
1601. Weiter ging es zum Kloster „ Voronet“.
Dieses Kloster gilt als sixtinische Kapelle des Ostens. Nirgendwo sind die
Farben der Außenmalereien so intensiv. Der Laie stellt sich natürlich die
Frage, warum malte man in einer klimatisch so rauen Landschaft die Gebäude
von außen so kunstvoll an? Die Frage lässt sich wie folgt beantworten:
Im ausklingenden Mittelalter pflegten die Bauern die Gottesdienste an
den Sonn- und Feiertagen gemeinsam mit ihren Feudalherrschaften zu besuchen.
Da die Kirchen relativ klein waren, musste das gemeine Volk draußen bleiben.
Die einzigartigen Klöster stehen seit den 60er Jahren als Weltkulturgüter
unter dem Schutz der Unesco. Der Kulturtag wurde nach diesem Kloster beendet
und es ging bis Gura Humorului
weiter. Hier fanden wir eine Bleibe in einem Art
FDGB-Heim wie es sie in der früheren DDR gab. Am Abend wurde ein „Night-Club“
(vergleichbar mit einer Disco) besucht. Ein ständiges Kommen und Gehen der
Besucher aller Altersgruppen zeichnete diese Lokalität aus. Auch am nächsten
Tag sollte noch ein Moldaukloster besichtigt werden. Von Guru
Humorului ging es über eine gut ausgebaute Straße Richtung Süden. Über
die 15c nach Targu-Neamt und weiter
auf die 15b bis Poiana. Als
Reiseleiter habe ich unsere Gruppe wieder falsch geführt, so das wir uns vom
Kloster „Agapia“ wieder entfernten. Diesmal wollten wir die 30 bis 40 km
nicht noch mal zurück fahren. Also wurde diese touristische Attraktion vom
Programm gestrichen. In Poriana stießen wir
auf den Bicaz-See. Es handelt sich hier um einen über 30 km langen Stausee in
einer herrlichen Landschaft der Ostkarpaten. Die Höhenstraße führte uns
am Gewässer entlang. Ein ums andere Mal hielten wir an, weil der Ausblick auf
diesen Stausee wirklich phantastisch war.
Die
gewaltige Staumauer wurde von einem einsamen Soldaten bewacht, der uns als wir
auf der Mauer einen Fotostopp machen wollten von dannen jagte. Wir machten den
Fotostopp am Ende der Sperrmauer. In Bicaz
wurde getankt und die Straße 12c gesucht. Auf diese Strecke wartete das nächste
Highlight, die Bicaz-Klamm. Eine atemberaubende Schlucht. Ein Bach hat einen
gewaltigen Einschnitt ins Kalksandsteingebirge gefressen, der im Volksmund
auch „Höllenschlund“ genannt wird.
Die
Straße führt durch die bisweilen nachtdunkle Klamm, deren über 100 m hohe
Felsenwände an der engsten Stelle bis auf 6 m zusammenrücken. Auch hier war
ein Fotostopp eine Pflichtübung. Doch der Tag war noch nicht zu Ende.
Ein
weiteres High-Light stand noch auf dem Programm, nur das wussten wir noch
nicht. Weiterfahrend auf der 12c verließen wir Gheorgheni (Niklasmarkt) und fuhren weiter auf der 13a Richtung Sovata.
Es war schon Nachmittag. Regenzeug mussten wir uns wieder anziehen. Die Karte
verriet uns, dass wir einen Pass mit einer Höhe von 1287 m vor uns hatten. Je
tiefer wir in den dichten Wald eindrangen um so schlechter wurde die Strasse.
Irgendwann war die ganze Fahrerei nur noch eine Kurverei auf Teerinseln, um möglichst
wenig Schlaglöcher zu erwischen, was natürlich nicht immer gelang. Das
Motorradmaterial wurde schon arg strapaziert. Das ein- oder andere mal stellte
ich mir die Frage was würde Ulrich mit seinem kaputten Rücken und der R1100S
wohl sagen? Als wir in Sovata ankamen, suchten wir uns sofort eine Unterkunft.
Am
nächsten Morgen sollte es nach Sighisoara
(Schässburg) und Sibiu
(Hermannstadt) gehen. Wir waren nun in Transsilvanien. Schässburg,
eine Stadt unter Denkmalschutz?
Der
Altstadtkern hat viele kleine winklige Gassen und viele krumme Häuser. In
ihrer Mitte steht die mächtige
Burg, die besterhaltendste in Siebenbürgen. Den Namen Schässburg
erhielt die Stadt erst im 14.Jahrhundert von deutschen Patriziern, Kaufleuten
und Handwerkern. Ein weiteres auffälliges Gebäude ist der 64 m hohe
Stundenturm. Er hat seinen Namen von der Uhr mit Figurenwerk, dass die Stunden
und Wochentage anzeigte. In Vlad-Dracul-Haus weilte von 1431 bis 1435 der
Vater des Dracula-Vorbildes, Vlad Tepes, im Schässburger Exil. Danach wurde
er Fürst in der Walachei.
Es geht weiter nach Sibius. Hermannstadt hatte einmal den größten Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung Siebenbürgens. Dieses ist bei einem Spaziergang stets gegenwärtig. Häuser, Türme, Gassen, Hinterhöfe und Plätze erinnern an die Architektur alter deutscher Städte. Aktuelle Reiseführer äußern sich über die Stadt wie folgt: Heute ist in der früher so prächtigen Stadt eine seltsame Resignation spürbar. Die Altstadt, ein städtebauliches Juwel, ist hochgradig vom Verfall bedroht. Vom großen Platz in der Innenstadt kann man durch ein Schwenk mehrere geschichtsträchtige Bauten sehen. Sei es das alte Rathaus (bedeutendster gotischer Profanbau in Siebenbürgen), das blaue Stadthaus, die Evangelische Kirche (dreischiffige gotische Kirche), die zwischen 1322 und 1520 an der Stelle einer romanischen Basilika errichtete wurde. Sonntags ist hier Treffpunkt der deutschsprachigen Gemeinde. Hier ist auch ein Lichtblick.
Mit
Hilfe der Unesco soll das alte Gemäuer gerettet werden. Wir waren nicht in
der Lage diese pessimistischen Stimmung zu beurteilen, denn in vielen
Bereichen fanden Restaurierungsarbeiten statt. Wir konnten natürlich nicht
alle Sehenswürdigkeiten von Herrmannstadt in Augenschein nehmen werden, also
ging es weiter. Über Cisnadie ging es gen Süden. Die Ausfallstraße war in einem sehr
guten Zustand.Bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 90, Spitze bei 100 km/h
wurden wir von fast allen LKWs überholt. Insbesondere fielen uns die türkischen
LKWs auf. Als ich zwei türkische LKWs überholte tauchten plötzlich gefräste
Vertiefungen in der Straße auf. Ohne auf die mir folgenden Motorradfahrer Rücksicht
zu nehmen zogen die LKWs nach links, und erzeugten eine sehr gefährliche
Situation. Hinter Cisnadie
bogen wir links ab auf die 1 (E68). Da der Tag schon fortgeschritten war,
fingen wir an uns eine Unterkunft zu suchen. In Arvig
hatten wir kein Glück, aber einige km später fanden wir ein Motel. Hier
konnten wir übernachten. Der Zufall wollte es, dass sich das Motel genau an
der Kreuzung befand, an der wir zu einem Pass abbiegen mussten. Ein herrlicher
Blick aus dem Fenster auf die Karpaten weckte
schon die Vorfreude auf eine schöne Motorradstrecke. Die Zimmer waren in
einem sehr guten Zustand, doch mussten wir 15 bis 30 Minuten warten bis warmes
Wasser zur Verfügung stand. Aber das war auch kein Problem. In diesem Motel
hatten wir auch zum ersten mal keine Schwierigkeiten mit dem Essen. Die
Speisen wurden in der Speisekarte auch bildlich dargestellt, sogar eine schöne
Frühstückplatte war abgebildet. Nach einer angenehmen Nacht und einem guten
Frühstück ging es sehr zeitig los. Schon wenige km hinter dem Motel begann
eine schöne kurvenreiche Bergstrecke, die erst bei 2055 m
Höhe endete. Die Straße war in einem akzeptablen Zustand und Kurve um
Kurve ließen das Motorradherz höher schlagen. Die Probleme der Alpenpässe
kannte man hier zum Glück noch nicht, dass hirnrissige Auto- und
Motorradfahrer sich bergauf oder bergab Rennen lieferten. Das Wetter spielte
auch mit, so dass das Regenzeug in der Gepäckrolle blieb. Allerdings war es
am Pass dann doch sehr kühl. Dieser höchste Punkt wurde natürlich auch
fotografisch festgehalten. Es gab Andenkenstände
für Touristen, und auch ein Hotel bzw. Cafe. Doch wir wollten weiter.
Nachdem wir auf dem Pass noch einen Tunnel durchfahren hatten, ging es
kilometerlang bergab. Auch hier ließen die vielen Kurven die Bergabfahrt zu
einem Vergnügen werden. Es war nun eine Kaffeepause fällig. In Corbeni
suchten wir ein Cafe(Kiosk in Deutschland) auf und nahmen Erfrischungsgetränke
zu uns, mit Ausnahme von Bernd. Der trank auf der gesamten Tour große Mengen
an Kaffee. Inzwischen war die
Sonne auch so stark, dass der Sonnenschirm sehr willkommen war. Nach der Pause
ging es weiter bis Curtea des Arges.
Hier bogen wir links ab auf die 73c. Später auf die 73 (E574). Wir passierten
Campulung (ein anderes Campulung
als das bei den Moldauer Klöster). Die Strecke bis Bran
(Törzburg) war schnell zurückgelegt. Der Törzburg
(Castelul Bran) galt unsere ganze Aufmerksamkeit. Das berühmteste
Draculaschloss sagen die einen. Die anderen meinen, dass das Draculavorbild
Vlad Tapes nie dort gewesen war. Wie dem auch sei:
Die Burg thront auf einem
Felsmassiv, oberhalb eines idyllischen Tales. Die Festung wurde
1377 von den Kronstädter Rittern gebaut. Wir haben uns dieses Schloss
angeschaut. Jürgen musste seinen Kopf sehr einziehen, denn viele Türen waren
für kleinere Menschen gebaut. Nachdem wir einen Rundgang durch die Burg getätigt
hatten, ging es in das Freilichtmuseum. Es lag zu Füßen der Burg neben den
Andenkenmarkt /Parkplatz. Es zeigt Gebäude und Räume sowie Stallungen aus
dem Mittelalter wie damals die Menschen lebten bzw. ihr Dasein fristeten. Die
Motorräder wurden mitten auf dem Platz der Andenkenhändler zum Parken
abgestellt. Viele schauten sich die Fahrzeuge aus dem reichen Westen an, doch
wir konnten nicht feststellen, das sich irgendjemand an den Motorrädern
vergriff. Als wir den Parkplatz verließen, war die Aufmerksamkeit
durch die Leute natürlich sehr groß. Nun wurde es Zeit sich eine Unterkunft
zu suchen. Natürlich kam Bran nicht in Frage, da in einem Touristendorf die
Preise generell höher sind. Wir fuhren die nächste Ortschaft an. Die
Beschilderung sagte uns, dass es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gab. Das
erste Hotel welches wir wegen der Beschilderung suchten, fanden wir nicht.
Das zweite deuteten wir als spezielles Motorradhotel. Wir waren schon
verwundert. Tatsächlich war es eine Beschilderung zu einer Crossstrecke.Nun
folgten wir einer Beschilderung zu einer Pension. Wir landeten einen Glückstreffer.
In drei Etagen waren je 8 Doppelzimmer eingerichtet.
Ein großer Speisesaal im Erdgeschoß war der Treffpunkt des Hauses.
Der Innenhof war nicht riesig, nahm jedoch unsere 4 Motorräder auf, so dass
auch diese wieder unter Verschluss waren. Natürlich waren wir verwundert über
so eine Übernachtungsmöglichkeit in so einem Dorf. Denn um an die Pension zu
gelangen musste man ein Elendsviertel durchqueren. Auf Befragen sagte uns die
Wirtsfrau, dass sie auf Tourismus setzten, mit allen Risiken. Bisher könnten
sie sich auch nicht beklagen, denn sie hatten auch Busreise-Gruppen, die in
ihrem selbst ausgebauten Haus übernachteten. Die Frau ist mit über Vierzig
extra zur Schule gegangen um Englisch zu lernen. Für 19,00€ pro Person
erhielten wir in der Pension ein sehr gutes Abendessen und auch eine gute
Morgenverpflegung (das erste mal
als Buffett bereit gehalten). Der Ehemann musste noch eine ausreichende Menge
Bier besorgen. Das Frühstück war sehr reichhaltig. Es war schon fast
peinlich, sich den Magen so voll zu schlagen, dass es für den ganzen Tag
reicht.
Jürgen
war der Kassenwart. Außer der HP mussten noch 21 Bier bezahlt werden. Auch
diese Hürde wurde gemeistert. Die Wirtin hat uns natürlich gebeten für ihre
Pension zu werben, was ich hiermit gerne tue.
Zarnesti
ist das Tor zum Königsstein, dem eindrucksvollsten Kalksandsteinmassiv. In
den Wäldern rund um Zarnesti kann man noch Wölfe, Bären und Luchse sehen
(natürlich muss man die entsprechende Ausdauer haben).
Es
ging weiter nach Brasov (Kronstadt).
Die 25 Kilometer waren schnell bewältigt. Mit ca. 320.000 Einwohner ist Brasov
keine Kleinstadt. Kronstadt im alten
Dakerland wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts vom Deutschen Ritterorden gegründet.
Die Stadt entwickelte sich rasch zu einer der bedeuteten Schutzburgen
Transsilvaniens. Im 15.Jahrhundert expandierte Kronstadt zu einer der
wichtigsten Zentren des Levante-Handels mit deutschen, rumänischen und
griechischen Kaufleuten. Zählte man nach
dem 2.Weltkrieg das etwa 800.000 Einwohner deutschstämmig waren, sind es
heute etwa 50.000 im Karpatenbogen. Davon etwa 1700 in Kronstadt und die
wollen auch weg. Dabei kann man überall deutsche Wurzeln feststellen, sei es
durch ein Gymnasium (Johannes-Honterus-Gymnasium), Geschäftsnamen oder Straßenbezeichnungen.
Prägende Bauwerke der Stadt sind das alte Rathaus (1420) auf dem Markplatz, die Martinsberger Kirche, ein gotischer Bau (14.Jahrhundert) oder z.B. die Römisch-Katholische Kirche. Der einzige große Barockbau der Stadt wurde im 18.Jh. gebaut. Natürlich gab es noch weitere Touristenattraktionen die wir nicht besichtigt haben, z. B. die schwarze Kirche mit dem 65,6 m hohen Turm oder die Pulvertürme der Stadtbefestigung (von 8 viereckigen Türmen sind noch drei übrig geblieben). Wir machten einen Stadtbummel in die Fußgängerzone. Natürlich fiel Jürgen mit seiner Körpergröße von über zwei Meter auch hier auf. Die Sonne brannte vom Himmel und bewies uns, dass ein Spaziergang in Motorradklamotten keinen Spaß machte. Also wurden die Motorräder wieder bestiegen und wir verließen die Stadt. Über die 1 (E68) ging es gen Westen. Da es eine Hauptverkehrsstrecke war, war ein starker Berufsverkehr vorhanden. Abwechslung gab es durch kleine Pässe die auf unserer Route lagen. Von Brasov ging es über Fägaras, Arvig nach Talmaciu. Hier bogen wir gen Süden auf die 7 (E81) ab. Die Straße folgte den Lauf des Flusses. Somit war die Strecke sehr kurvenreich, die Überholmöglichkeiten stark eingeschränkt (insbesondere wenn man in einer Gruppe fährt). Diese Straße sollte der Zubringer zu unserer größten Herausforderung auf der Tour sein.
In Vaineasa
übernachteten wir in einen Art FDGB Heim mit ca. 300 Zimmern. Die Motorräder
wurden in Sichtweite der Rezeption aufgestellt. Beim Einschecken (jeder musste
seinen Ausweis abgeben, obwohl sofort bezahlt wurde), erhielten wir für die
Zimmer eine TV – Fernbedienung. Wir lehnten den Empfang des Bedienteiles ab.
Mit der Beharrlichkeit des früheren Kommunismus wurden wir gezwungen die
Fernbedienung mitzunehmen und am nächsten Tag wieder abzugeben. Das gehörte
sich so und war unter keinen Umständen zu ändern. Warmes Wasser gab es nur zu
bestimmten Zeiten. Das Abendessen und auch das Frühstück musste in einem
Nachbargebäude eingenommen werden, welches den Sozialistischen Ursprung auch
nicht verleugnen konnte. Nach dem Abendessen auf der Restaurantterrasse gingen
wir in eine Dorfkneipe. Der Abend verlief mit
Bier und, ich glaube, 6 Tüten Chips (meine Mitreisenden waren nicht satt
geworden), sehr angenehm. Am nächsten Morgen wurden die Motorräder gepackt,
das Frühstück eingenommen und ausgescheckt. Im Dorf wurde noch mal getankt und
dann ging es los. Für heute hatten wir uns den Udele-Pass (2145m) vorgenommen.
Er sollte laut einen Reisebericht der höchste befahrbare Pass in Rumänien
sein. Von Vaineasa ging es über eine
sehr schöne und kurvenreiche Strecke, die noch geteert war, immer bergauf. Wir
kamen an einen herrlichen See vorbei (mit Fotostopp). Hinter der Ortschaft Obarsai
ging es links ab. Die ersten km führten uns durch dichtes Waldgebiet. Es war
intensive Forstwirtschaft zu erkennen. Die Strecke war sehr wechselhaft. Unser
Vorwährsdrang wurde mit einem mal gestoppt. Ein Traktor schleppte Baumstämme für
den Abtransport zusammen. Vom Regen und der Fahrerei des Traktors war der
Waldweg sehr stark aufgeweicht. Nachdem der Traktor uns Platz gemacht hatte,
mussten wir uns durch 10 bis 20 cm tiefen Schlamm durchkämpfen. Irgendwie
schafften wir es. Hätten wir den Weg andersherum gemacht wäre es noch viel
schwieriger geworden. Es ging es fast immer bergauf und große Pfützen, die von
linken Wegrand bis zum rechten reichten, erschwerten das Vorwärtskommen.
Wir
passierten die Baumgrenze. Herrlicher Sonnenschein strahlte auf eine
faszinierende Berglandschaft hernieder. Verschiedene Fotostopps wurden
eingelegt. Sehr ärgerlich ist, dass meine 6x6 Kamera nun gar nicht mehr auslöst.
Ich bin natürlich stinksauer, kann es aber leider nicht ändern. Der Weg wird
immer schwieriger. Insbesondere die Spitzkehren haben es in sich. Geröll
erschwert das Vorwärtskommen erheblich. Wenn auf dieser Strecke etwas zu Bruch
geht, haben wir einige Probleme. Der Pass ist erreicht! Da er nicht
ausgeschildert ist, können wir nur vermuten ihn passiert zu haben, denn es geht
irgendwann wieder bergab. Aber leider ist es nicht einfacher dadurch. Noch
einmal werden wir gestoppt, ein Straßenbautrupp repariert die Straße. Wir müssen
warten bis sie Platz machen.
Für
diese Baustelle war wohl das DurchfahrtVerboten-Schild am Anfang dieses
Weges. Es ging noch 2 bis 3 km bergab, dann kamen wir in einen Dorf. Dieses Dorf
war eine große Baustelle. Es wurde bestimmt an zwanzig oder dreißig Häusern
gleichzeitig gebaut. Ab dieser Ortschaft war die Straße wieder geteert. Es ging
ohne Probleme bis nach Novaci.
In Novaci machten wir erstmal eine Pause. Für diese ca. 40 km haben wir über drei Stunden benötigt. Nach der Mittagspause haben wir uns auf der Karte orientiert. Der nächste Streckenabschnitt wurde festgelegt und in Angriff genommen. Jürgen hatte schon das nächste Ziel bekannt gegeben: Porte de Fier an der Donau. Auf kleinen Nebenstraßen ging es nach Tagu Jiu. Von hier aus weiter nach Motru und dann nach Drobeta-Turnu Severin an die Donau. Hier suchten wir den Porte de Fier (in der Karte war dieses zwei mal aufgeführt). Die Vorstellung war, die Donau strömt als ein gewaltiges Naturereignis durch eine Felsenge. Doch leider fanden wir nicht das, was unseren Vorstellungen entsprach. Ein Grenzübergang nach Bulgarien führte mitten über die Donau (Beschriftung “Port de Fier“). Die Donau war durch eine Staustufe gesperrt. Entlang der Donau ging es bis Orsova. Hier suchten wir uns eine Unterkunft. Nach einer längeren Suche fanden wir Zimmer im Hotel „Meridian„. Dieses Hotel hatte 3 Sterne und war wirklich klasse. Die Motorräder kamen wieder auf den Hof und dieser wurde abgesperrt. Zuerst wollten wir ein kühles Bier im Restaurant des Hotels trinken. Da es aber nur dänisches bzw. deutsches Bier gab, planten wir kurzfristig um. Wir suchten uns an der Donau ein schönes Restaurant und aßen zu Abend. Später wechselten wir von der Terrasse in das Lokal. Hier spielte eine Band. Es wurde ein sehr angenehmer Abend. Irgendwann war das Bier Ursus alle. Jürgen und Bernd suchten die Zimmer im Hotel auf. Rolf und ich, wir gingen in ein Internet-Cafe. Wir mussten etwas warten, bekamen aber schon mal ein Bier. Zehn oder zwölf PC´s waren besetzt, an denen wie besessen gespielt wurde. Als ein PC freiwurde, nahmen Rolf und ich Platz. Wir wollten eine Nachricht in die Quasselecke schreiben. Verschiedene Probleme führten dazu, dass es nicht funktionierte. Irgendwann gaben wir die Versuche auf. Es ging zurück ins Hotel. Alle Touristen erhielten in der dritten Etage ihre Zimmer. Auf dieser Etage war auch eine Nachtbar. Die nächtlichen Aufforderungen zum Besuch der Nachtbar waren sehr eindeutig. Nach einer angenehmen Nachtruhe ging es am nächsten Tag in Richtung Heimat. Es war ein Mittwoch. Die Hauptverkehrsstrecke nach Temeschwar wurde unter die Reifen genommen. Es war extrem windig. Auf der 6 (E70) fuhren wir gen Nord-Westen. Bis Temeschwar waren es ca. 200 km. Zuerst ging der Streckenverlauf noch durch eine Mittelgebirgslandschaft. Die Gipfel links und rechts der Strecke waren bis zu 1.400 m hoch. Der höchste Pass (soweit man davon reden kann), der Porta Orientalä war 540 m hoch. Hinter Carvansebes wurde die Landschaft flacher und eintönig. Die Fahrerei entwickelte sich zum Abreisten von km um zügig Richtung Heimat zu kommen. Wir durchfuhren Temeschwar. Es ging weiter auf der 6 nach Sannicolau (Grosssanktnikolaus). Wenig später passierten wir die Grenze nach Ungarn.
Im
Stadtgebiet von Szeged fuhren wir richtig planlos rum. Wir befuhren eine
Ausfallstraße, zu der ich auch die Orte auf der Karte fand. Das war zwar nicht
die geplante Strecke, aber es ging auch in unsere Richtung. Der Himmel versprach
nichts Gutes. Das ein oder andere Mal hofften wir an den schwarzen Wolken vorbei
zukommen, wenn die Straßenführung wieder abbog. Aber letztendlich gerieten wir
in starke Regenfälle. Sie sollten uns fast bis nach Hause begleiten. Schnell
wurde die Regenkombi, die Überstiefel und die Regenhandschuhe angezogen. Zuerst
fuhr ich, später Jürgen als erster. Er fuhr recht zügig vorne vorweg.
Unterwegs hielt ich an, weil mein Gesäß mir nichts Gutes über das Hinterrad
verriet. Ich stellte die BMW auf den Hauptständer und prüfte ob das Hinterrad
einen Platten hatte. Es lag aber am Straßenbelag. Der Bitumenanteil im Teer ist
viel zu hoch und dadurch ist es glatt wie Schmierseife, meinte Rolf. Das
Hinterrad war in Ordnung und es ging vorsichtig weiter. Jürgen hatte irgendwo
gewartet. Es ging weiter. Wenig später konnte ich beobachten
wie das Hinterrad bei Jürgens Maschine ausbrach. Geschickt konnte er die
Maschine abfangen. Ab da ging es im moderaten Tempo weiter. Wir hatten nun schon
über vierhundert km abgespult und das Fahren machte kein Spaß mehr. In Donafoldvar fuhren wir zuerst ein
3–Sterne–Hotel an. Von
Rumänien verwöhnt, waren 71€ für ein Doppelzimmer viel zu teuer. Daneben
war ein 1-Sterne-Hotel in dem man nur 40€ verlangte. Leider war das eine
Kaschemme. Also ging es wieder on the Road. Nach 15 oder 20 km fanden wir eine
angenehme Pension. Hier erhielten
wir das Doppelzimmer für 25 €. Da Rolf und Jürgen bei der Zimmerwahl schon
öfter den kürzeren gezogen hatten, durften sie hier zu erst das Los ziehen und
sich dann ein Zimmer wünschen. Sie wählten das Zimmer nach vorne
(Hauptverkehrsstraße). Dieses mal waren wir auch nicht besser dran, wir hatten
ein Zimmer nach hinten und eine Hauptverkehrsbahnstrecke im Nacken. Nachdem wir
gegessen hatten, tranken wir noch 2 oder 3 Bier. Gegen 21.30 Uhr wurden wir von
der Bedienung ins Bett geschickt, da Feierabend war und es gab keine Alternative in diesem Ort. Das frühe zu Bett gehen,
führte natürlich dazu, das wir sehr zeitig auf den Beinen waren und
entsprechend früh weiterfahren konnten. Auch an diesem Tag hatten wir kein Glück
mit dem Wetter. Die Fahrerei entwickelte sich zu einem stumpfsinnigen Abreissen
von km. Über Szrekesfehervar ging
es weiter zur Slowakei. Vor Komarno
passierten wir noch mal die Donau. Und waren anschließend in der Slowakei. Die
Fahrtrichtung ging gen Nord-Westen. Über Trnava
ging es nach Halic. Schon hatten wir
die Slowakei wieder verlassen. In der Tschechischen Republik orientierten wir
uns in Richtung Brünn. Nun waren wir
auf den Straßen die wir auf der Hinfahrt benutzt hatten. Es regnete nun schon
fast den ganzen Tag und das
Motorradfahren machte nun kein Spaß mehr. Mit Einbruch der Dunkelheit fanden
wir bei Tabor eine Unterkunft. Beim
Buchen erhielten wir sofort die Info, dass es kein Frühstück gab. Wir buchten
2 Zimmer und diese konnten leider noch
nicht geheizt werden, so das die Sachen auch nicht getrocknet wurden. Das Haus
war voll belegt. Es handelte sich um Mitarbeiter einer Straßenbaufirma. In der
Nähe wurde eine Straße erneuert (deshalb war eine Umleitung über kleine
Nebenstrecken eingerichtet). Wir gingen wieder sehr zeitig ins Bett. Am nächsten
Morgen wurden die Motorräder gepackt, und los ging es. Wir frühstückten
unterwegs. Bis Hemer waren es noch ca.
850 km. Bei so einer Entfernung träumt jeder von seinem eigenen Bett. Als die
Autobahn kam wurde diese benutzt. Wenig später waren wir in Deutschland. Über
die A93(E50) ging es zuerst gen Süden, anschließend auf die A6 (E56) Richtung Nürnberg.
Weiter über Würzburg – Aschaffenburg, auf die A45. Die A45 gehört schon zu unserem
Heimatgebiet. Gegen 18.00 Uhr waren wir in Hemer
und somit ohne Ausfall am 15.Tag wieder zu Hause.
Fazit:
Rumänien
ist eine Reise wert. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die
Landschaft begeistert. Um nicht enttäuscht zu werden, müssen die Ansprüche
deutlich zurückgefahren werden. Man sollte bestimmte Verhaltensweisen bezüglich
der Sicherheit beachten. Ein LKW-Fahrer in Ungarn setzte sich in einem Cafe zu
uns und sagte über Rumänien:
Für
10€ kannst du jemand in Rumänien ermorden lassen.
Für
100€ bist du für eine Woche der König.
Strecke:
5.500
km
Schäden:
R1100
RT verbogene
Vorderradfelge
R1100RS abgebrochene Halterung für die Packtasche
Verlust der Abdeckkappe der Endantriebentlüftung
R80RT Abbruch
des rechten Spiegels
R100CS
Verlust einer M6x20
Schraube für eine Halterung