Reisebericht über den Nordosten der USA ( von Helmuth Kroll )

(5. Juli - 28.August 2007)

Dieses Jahr hat es mich wieder in die Neuenglandstaaten der USA verschlagen.
Wie im letzten Jahr konnte ich auch dieses Jahr die K 75 S von Rand, dem Bruder meines lang-jährigen Freundes Court Fisher, ausleihen.
Einen Tag nach meiner Ankunft in den USA ging es mit dem Zug von Trenton, NJ nach Richmond, VA ( 5 Stunden ) wo ich am nächsten tag die Maschine erst mal wieder fahrtauglich machen musste.
Kühlventilator wechseln, Ölschlamm aus dem Kühlsystem entfernen, Tacho instandsetzen, u.a.
Feuchte Hitze über 30 Grad machte die Sache schweißtreibend.
Dann konnte es losgehen, quer durch die Appalachen Berge an einem Tag bis nach Hinkley, Ohio zu meinem Freund Jim Shaw. ( gut 500 Meilen )
Bei ihm musste ich die marode Batterie austauschen und das Kühlsystem noch mal spülen.

Mit Jim fuhr ich dann einen Tag später knapp 560 Meilen durch ganz Michigan nach Norden.
Nach einer Übernachtung in Manistique ( Lake Michigan ) ging es an einem stürmischen Tag noch mal entspannt knapp 300 Meilen weiter nach Eagle Harbor, am Lake Superior. Dort noch eine kleine Ausfahrt nach Copper Harbor, den nördlichsten Punkt von Michigan.
Als wir zum Hotel zurückkamen war durch den Sturm der Strom ausgefallen und es gab frittierten Fisch auf dem Gasofen bei Kerzenschein.
Der nächste Tag war kühl aber trocken und so ging es wieder knapp 400 Meilen nach Süden.
West Bend in Wisconsin war unser Ziel, um an der National MOA Rally teilzunehmen.
Hier kamen ca.. 8000 BMW-Fahrer von Donnerstag bis Sonntag zusammen.
Für 30 Dollar gab es freies Camping, 2 Abendessen, über 200 Door Prizes, sowie 3 Mopeds zu gewinnen. ( F 800, F 650 und eine restaurierte R 25/3 )
Dort traf ich etliche Freunde wieder. Die Broccoli-Riders, The Pirates, The Internet Riders und andere mit denen ich die Jahre zuvor in Kanada, Sturgis oder Daytona und Key West schon zusammen war.

Mein Freund Marty, der letztes Jahr mit seiner Frau Marcy in Fulda auf unserem Pfingsttreffen mit den Schweizern dabei war, war schon wieder zugegen um mit Motorradputzen und polieren seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Er wurde dieses Frühjahr von einem Linksabbieger von seiner K 75 geholt und laborierte noch mit seinem rechten Handgelenk.
Bestes Wetter und "deutsche Gemütlichkeit" von den deutschen Einwanderern, mit Bierzelt und Volksmusik, machte das Wochenende zu einem gelungenem Fest. ( Leider wieder nichts gewonnen.)
Sonntagmittag ging es dann mit Marty, JJ und Big Dog nach Cindy, die nur eine Stunde südlich von Milwaukee lebt.
Wir hatten noch 2 Tage eine gute Zeit, bevor sich jeder wieder in alle Himmelsrichtungen auf die Achse machte.
Ursprünglich wollte ich nach Norden, um Lake Michigan und Lake Huron herum, über Manitoulin Island, wo ich letztes Jahr mit Rodney schon unterwegs war, nach Kanada um Helmut und Brunhilde Haus in Big Bay, Ontario zu besuchen.
Nach einem Anruf erfuhr ich von "Bruno" das sie gerade in der Endphase ihres Umzugs von der Farm in ein "Townhouse" waren und zusätzlich ihre Hepatitis C ihr schwer zu schaffen machte.
Da ich von George von den Antique Races auf dem Mid-Ohio Race-Track eine Woche später gehört hatte, änderte ich meine Route und fuhr über Ohio ( Übernachtung bei Jim ) nach Eaglemere in Pennsylvenia, um meinen alten Freund Chuck in seinem Sommerhaus zu besuchen. (knapp 1000 Meilen)
Es war dann schon wieder ein Ölwechsel fällig. ( 1 Liter GTX 3 für gut 2 Dollar)
By the way, der Liter Sprit lag auf der ganzen Reise bei 50-60 Eurocent und der Verbrauch der K 75 bei 4,6 - 5,8 Liter, je nach Fahrweise. ( 70 - 100 Meilen pro Stunde)
Zum nächsten Wochenende ging es wieder knapp 600 Meilen zurück nach Lexington, Ohio zum Oldtimer Rennen.
Fast 50.000 Leute, zig Gebrauchtteilehändler, so groß wie in Mannheim und das bei knapp 30 Grad und angenehmen Wind.
Ich zeltete mit Marty, George, Stan und ein paar anderen im "Infield" und wir konnten wahlweise an verschiedenen Stellen die Rennen sehen und abends die Stände begutachten.
Mussten dann noch Stan`s 59 Geburtstag mit "Captain Morgan" auf Eis begießen.
Es wurde eine Vincent Black Shadow von 1953 verlost, jeder konnte Lose kaufen, aber da ich sowieso nie was gewinne habe ich lieber in Bier investiert.

Nach zwei Tagen Erholung bei Jim ging es mit ihm am Mittwoch, mit einer Übernachtung in Utica, NY durch den Adirondack Park, den ältesten Nationalpark der USA (1870), mit 25.000 km² und 130.00 Einwohnern größer als Massachusetts, nach South Royalton in Vermont . (900 Meilen)
Wir waren zu einem "Pig-Roast" eingeladen, trafen uns mit ein paar Iron Butt Riders und hatten am Sonntag noch eine Frühstückseinladung von dem BMW Club Vermont.
Mittlerweile hatte ich mit Rodney telefoniert den ich in Montreal besuchen wollte. Er war gerade in Arizona Richtung Los Angeles mit seinem Peterbuilt Truck unterwegs und so hatte ich noch Zeit bei Steve und Mimi in Connecticut vorbei zu schauen. (220 Meilen)
Donnerstag ging es wieder über Albany, NY und dem Adirondack Park nach Kanada weiter .
In der Nähe von Toronto, war die "Return to Trenton Rally" das nächstes Ziel. (gut 500 Meilen)
Der "Kiltmeister" Don Faichney hatte die Rally wieder gut organisiert. (ca. 200 Leute)

Dort traf ich Helmut Haus, der mittlerweile umgezogen war. Er hatte "Bruno" auf all den Umzugskisten sitzen gelassen und war mit Richie und JJ, die zwei seiner BMW`s gekauft haben, losgefahren um erst mal wieder sein Guzzi-Gespann zu bewegen.
"Beim auspacken mache ich sowieso alles falsch, also ab zur Rally", war seine Ausrede.
Richie hatte seine R 100 RS gekauft und JJ sein R 60 Gespann mit 750 iger Motor, da er jetzt in seinem Townhouse keinen Platz mehr hat.

Schönstes Wetter und viele alte Bekannte von den Broccoli und Guzzi Riders wiedergetroffen.

Sonntags wieder mit Rodney telefoniert. Er war gerade bei Port Huron über die kanadische Grenze gekommen und ca. 3 Stunden hinter mir auf dem Weg nach Montreal.
Wir trafen uns abends kurz vor der Grenze zu Quebec und fuhren die letzten 100 Meilen zusammen.
Montag bis Mittwoch hatten wir noch Zeit für ein paar schöne Tagesausfahrten.
Er war ganz stolz auf seine neue Rocket III, die schon 2500 km gelaufen hatte und ich durfte einen Tag seine Moto Guzzi bewegen.
Am Donnerstagmorgen rief sein Chef an und er musste wieder los nach Kalifornien.

Also wieder ein 500 Meilen Ritt durch Vermont nach Connecticut. Bei Steve und Mimi noch ein paar Tage eingelegt und mich sonntags dann mit Court getroffen, um mit ihm nach Littleton in New Hamshire zu düsen. (400 Meilen nach Norden, wieder kurz vor der kanadischenGrenze)
3 Meilen Dirt-Road in the middle of nowhere, wo sich Hase und Fuchs noch gute Nacht sagen.

Eine Tagesausfahrt durch die White Mountains bis nach Maine, mit der Seilbahn auf 4400 Fuß (Winterskigebiet) und schon war die Zeit auch schon wieder um.
Donnerstag fuhren wir nach New Canaan, CT zu Court`s Elternhaus, wo Rand sein Moped wieder übernehmen wollte.
Freitags mit dem Zug über Manhattan, NY nach Trenton, NJ.
Noch zwei Tage relaxen und dann wieder in den Flieger, um nach gut 7 Wochen und 10300 km meinen Sommerurlaub abzuschließen.
Diverse Einladungen für das nächste Jahr habe ich schon , sowie die Zusage von Rand sein Moped wieder "quälen" zu dürfen.
Aber da ist ja noch im März die Daytona Bike Week und anschließend das Treffen mit den Pirates auf den Keys. Diese Jahr war ich ja entschuldigt, da ich zum Hundertjährigen TT Race auf der IOM war, aber für nächstes Frühjahr habe ich keine Ausrede.

Hab schon die ersten 100 Euro für das Flugticket nach Miami gespart.

Abgekupferte BMW                                             Adrian's Ultralight
          


Alaska Dough und Cindy                                       Alt aber Rot
           
Antike Nummer                                                     Aufgerüstet
            
Bikeshow                                                               China BMW
             
Die 3 Hauptgewinne                                                Gab es auch
             
Eigenbau